Cooking Recipe: Muntafuner Keesspätzle füar etscha 25-30 Per_sonance

Stadtwerkstatt Linz: Gespräche am Küchentisch
Philip Leitner und Simon B. kochten
„Muntafuner Keesspätzle fur etscha 25-30 Per_sonance“

Erscht wenn’s gsi isch, denn isch as wohr! (Donschtig, 06.05.2010 ab 19:00 Uhr)
Us dr’ Reiha: Wiener Programmierhippies am Küchenherd. Das klingt z.B. so:
Leitner, Aufstiegs_leiter von G7: „Garnison7 1 ist einer der neuen kreativen Orte in Wien. Gegründet durch Philip Leitner. Der Raum startete wie viele andere Orte auch als Privatinitiative. G7 ist Anlaufstelle für viele Künstler- und ProgramiererInnen.“
Jetzt abr, kumt‘s! S’Rezept füar’d Muntafuner Keesspätzle
An erschtan Entwurf füar dia STWST Dokumentation und o‘ zum Sälbrkocha

wpid-BinshSpaetzli-5-2010-05-6-19-004.jpg

Foto: Spätzle-Zutata – Mindeschtens 3 verschiedeni Sorta guata Kees bruchts umbedingt

Muntafuner Keesspätzle
füar etscha füfazwanzg bis driesg Lüt

Zuatata odr’ was d‘bruchscht

Ärschtens: An Vorarlbärgr Spätzlehobl – ohni den got gar nüt

Drei Kilo guata Kees. A Mischig zwüschat würzigam Berg- un’ Reeskees (Rahmkäs),
am beschta noch a stuck Sura Muntafunr Kees 2 zum dirie ihi mischa.

Zehan Eier
Drei Kilo Meehl
An Litr Milch
Viar Kilo Zwibla
A bizli Fett
Heiß Wassr
Salz, Pfeffr
un’ an Salot odr a guats Öpfmuas

Dazua trinkt ma a Milch und sichr oh a guats Schnäpsli (z.B. Zirba) zum nochispüla. Echt guat sin si wora, dia Spätzli. Alle hon brav gäsa und drum isch oh a schös Wettr gsi, am nöschta Tag.

wpid-BinshSpaetzli-9-2010-05-6-19-004.jpg

Foto: Franz Xaver schuflat an Hufa guats Essa ini

Dr rescht vom Rezept isch und bliebt a Geheimniss, bis des alles in a Buach abdruckt würd. Wer do gsi isch, hot eh gsaha wias got. Des isch a super Essa gsi. Dankschö füars ilada und mitässa an dia üb’r drießg Gäscht und Gaschtgebr vo dr STWST, unter anderam an Didi Kressnig vo dem servus.at Kulturserver, dia Ye Hui vo dr G7, da Leo Schatzl, an Norbert Artner und dem Franz, kunstlabor, Xaver. Gschlofa hon mr’ nochr uf anara autonoma, schwimenda Insla.3

wpid-BinshSpaetzli-18-2010-05-6-19-004.jpg

Foto: Eleonore im Hafen von Linz

füar dia untr eu‘, dia dia Stadtwerkstatt 4 net kenan: Des isch an ehemalig Bsetzts Hus gsi, und isch hüt an wichtiga Alternativ-kulturort wora, und des glei‘ hintr dem Ars-Electronica-Zentr 5. Dia hon Ustelligsräum, a Stadt-Radiostation 6, an Kunscht- und Kulturprovider7, und an hufa Arbeitsräum und a Bar zum Feschtle maha. Es giet do eba oh a Buach übr’ dia Gschicht und dia Hubschraberkonzert und Düsajägerufführiga vo‘ 1979 – 1995.8

wpid-BinshSpaetzli-14-2010-05-6-19-004.jpg

Foto: Terrasse vo‘ dr Eleonore und hinta d‘Negreli. A Kontainerschiff füar des „Treffpunkt Afrika“ Feschtival. 9

Döt, I dr nöhi vo dr‘ STWST, hot dr’ Xav jetz‘ an Artischt-in-Residence (AiR) Programm inschtallieart. Des isch vielliecht supr! Do hot‘r al‘s druf, was ma so brucht, uf dem Schiffli. Des hot‘r sich z‘Wian för 1 Euro koft und innerhalb vo anam Johr supr heragrichtat. Vo‘dr Wasrreinigung bis zur WLAN-Antena isch al‘s do. Kasch luaga und froga go‘. 10

wpid-BinshSpaetzli-37-2010-05-6-19-004.jpg

Foto: Null-Euro-Kalkulator

Am Margat den, hot mr’ dr’ Xav no an Vortrag khalta uf sienam Badesteg ,übr diea Wassraffa-Theorie. Da Tekscht giet‘s in und uf dr Versorgeri. (No. 86) unter dem Titl „Ist die Information ein exterritoriales Alien und der Mensch dessen Wasseraffe?“ und kumt us anr Reihe vo Tekscht vo‘ Xaver Theoriearbata zur „Sinnfreia Information“. Siene Mehnig isch, dass miar bessr nu no „Sinnfreis Zügs“ produziara sötn. Mienra‘ Mehnig noch, an komplatta Topfen, kehnr ötschas tuat, ohni an Sinn dri zaha. Was menhnsch du? Ähgatli ger‘ net so an schlechta Genaka, odr? I mehn’ anderersiets – macht des scho an Sinn – an gschieda Blödsinn in’dia Welt initzetsa, wo eh scho alli immr nu‘ no Zügs mahan, des ötschas bringa söt. 11

wpid-BinshSpaetzli-62-2010-05-6-19-004.jpg

Foto: Werkstätte TIME‘s UP – Laboratory for the construction of experimental Situations

Denn hot’r m’r noch an supr Platz zägt: Eba des TIMES’UP.12 Di hon a supr Werkstätti und bauan untr anaram Schifr, döt am Hafa vo dera Stahlstadt.

wpid-BinshSpaetzli-72-2010-05-6-19-004.jpg

Foto: TIME‘s UP: High-Speed-Schiffsbau – Katamaran aus alten Gastanks in Arbeit

wpid-BinshSpaetzli-4-2010-05-6-19-004.jpg

Foto: Franz Xaver – Simon B. Häfele kochend

Fotos und Tekscht: Simon Häfele, am 7.7.77 in Schru uf´t Welt koh. Schlechta Muntafunr (läbt z‘Wian), Vorarlberger und Fotograf abr‘ guta dafüar an guta Keesspätzlekoch, odr‘? Luag amol of miene Websieta, wend grad Zit hosch. 13

Fotos and Text © 2010 Simon B. Häfele in Copyleft Attitude Modus: Dieses Werk ist frei, Sie können es gemäss den Festlegungen der Lizenz « Art Libre » weiterverbreiten und/oder modifizieren. Ein Exemplar dieser Lizenz findet sich auf der Website von «Copyleft Attitude» http://www.artlibre.org sowie auch auf anderen Websites.

1 Garnison7 – Studio for Musical and Intermedia Experiments http://garnison7.net
2 Montafoner Sura Kees http://www.genuss-region.at/article/archive/11288
3 Autonomes Kunstschiff Eleonore http://stroem.ung.at/
4 STWST Linz http://www.stwst.at/
5 ARS Electronica http://www.aec.at/
6 Radio Fro http://www.fro.at
7 Servus Netzwerkinitiative http://servus.at/
8 Stadtwerkstatt „In Arbeit 1979 – 1995 – Alles was abgeht.“, OÖ Landesgalerie, Triton Verlag.
9 Internationales Festival Treffpunkt Afrika http://www.servus.at/stwst/ta/
10 Messschiff Eleonore: Funktionen http://stroem.ung.at/lib/exe/fetch.php?cache=&media=eleonore:bandb:20090929_postcart_ant_web.jpg
11 Kulturmagazin VERSORGERIN Linz http://www.servus.at/VERSORGERIN/
12 TIME‘s UP – Laboratory for the construction of experimental Situations http://www.timesup.org/
13 Autor: Simon B. Häfele http://binsh.sonance.net/

Comment: NO Public Entry in this Blog since 3 Years

Comment: NO Public Entry in this Blog since 3 Years.

Because I had to sort some things out, like leading a festival called „re.sonance.007“ and publish a book and dvd along with it, finishing my studies of Media-Art, Photography and Performance-Art, work as a technical director for a very intensive theater-play with theatercombinat, finish my university diploma and my long-term relationship, travel to Kenya, China, Israel, Palestine and Jordan, find a new Woman for my Life and a new Professor for my PhD, hand sonance.artistic.network to my old and new friends, get myself on the Jury-Board of netznetz.net at the City Council of Vienna, visit and communicate with old and new friends and family-members, develop the topic of my PhD research-project, research, publish, and drive interviews in Estonia, search and read collected books, papers, news and documentations, find some money and a new flat, get rid of some so-called friends, go hiking, snorkeling, climbing, swimming, running, biking, search and watch many movies and listen to radio, write private diary-entries and research papers, make a alternative radio journalism education, curate some little art-shows, rewire the electricity at the Garnison7 Studios, and… love my new girl(!) – I have had no spare time to write to this very blog since 3 years, and hope you excuse.

Simon B.

PS. Some activities between March 2007 and March 2010 are still documented on my new-project homepage http://disputedboundaries.blogs.sonance.net/ and also on the sonance.artistic.network evolve page. (Sections: Recent http://evolve.sonance.net/ and About -> Publications http://evolve.sonance.net/publications )

Haapsalu – Ein Städtchen zum Verlieben.

winter landscape

Das kleine Fischer-Städtchen Haapsalu hat’s mir angetan. Mit seinen ca. 10.000 Einwohnern, dem alten Bahnhof, von dem aus der Zug direkt ins Meer fahren kann und den schlichten, bunten Holzhäusern, strahlt es einen Charme aus, dem sich keiner entziehen kann. Früher, als der Zar noch Zar war, ließ er einen prächtigen Bahnhof  und ein wunderbares Schienennetz bauen. Heute sind diese, wohl wie in den USA, dank einer starken Lobby der Auto-Industrie marode und zerfallen. Hierzulande ist die Schiene nur noch eine rostige Erinnerung an ihre eigentliche Funktion, denn der ehemalige Kurort wird von keinem Zug mehr angefahren. Geblieben ist Europas erster und schönster Bahnhof, der jetzt als Eisenbahn-Museum genutzt wird.

Fortschritt und Zeit fordern ihre Opfer; überall.


meeting

mobile phone

cine

Doch es gab hier auch einiges zu tun. Im Rahmen eines Phantasie- und Horrofilm-Festivals durften wie im Nebenprogramm das Publikum erheitern. Eine fragwürdige Sache so ein Auftritt, aber wie immer eine Erfahrung wert. Ich arbeitete eine Lesung aus, auf die ich in einem späteren Blog-Eintrag näher eingehe. Eero und Laagle machten je eine Performance, Julia eine Installation und Thomas, Kirke und Daniel zeigten Videos.
Als alles vorbei war fuhren die anderen wieder ab und ich blieb. Es war eine wunderbare Woche voller Entspannung, langen Spaziergängen am Meer und ein paar Horrorfilmen.

end of life

hero in the shadow
Die Dorfdisco war erwartungsgemäß langweilig und das war schön so. Ich habe gemerkt, dass mir das Leben in der Kleinstadt besser gefällt, als ich lange Zeit dachte:
Schlussendlich komm ich doch aus einem Kaff und diese Gemütlichkeit, scheint tief drin in mir doch noch einige positiven Gefühle auszulösen. Richtig genossen hab ich es. Kein Grossstadt-Trouble, keine Hauptstadt-Angeber.

my new car
Einfach nur Kleinstadt. Leute die nett grüssen und sich wundern warum ich noch immer da bin. Verständigung mit ihnen ist nahezu unmöglich, da einfach keiner Englisch spricht und mein Estnisch noch immer zu wünschen übrig lässt. Landleben und Anonymität in einem, eigentlich ein Widerspruch in sich, nicht aber bei solchen Kurzaufenthalten. Die Aussicht vom Bahnhof aufs Meer erinnert an Landschaftsmalereien aus der Zeit des Realismus und einige, der hier zu lesenden Texte, sind in der wunderbaren Ruhe des Meeresrauschens, am Steinstrand von Haapsalu entstanden.

landscape painting

Viel Spass beim Lesen und Bilder schaun, ahja und Frohe Ostern. Mehr Bilder von Haapsalu unter “continued…”

Binsh, March 2007

seaside

(Continued)

Moskau: 2. Biennale von Moskau.

5 Menschen und eine Zug.

Ein Zug und eine U-bahn, vermutlich die schönste U-bahn der Welt!

industry in moskau

containers form train

train moving

housing

city landscape

Moskau hat mich wirklich fasziniert. Diese Stadt ist ein Wahnsinn! Also echt, bitte entschuldigt: GEIL!
Die Energie in dieser 9 Millionen Stadt ist sowas von geladen, strotzt von Ideenreichtum, ist in voller Aufbruchsstimmung und strahlt gleichermaßen so ein angenehmes Selbstbewusstsein aus, dass es einem ganz schön schwindlig werden kann. An jeder Ecke wird gebaut. Die Hochhäuser schiessen wir Riesen Glas-Penise aus dem Boden. Einer nach dem anderen.

glas penis

construction car

builders

redsquare gray building

red square house

binsh in form of kremmel

Lenin liegt dort in aller Seelenruhe auf seinem Roten Platz in einer Marmor-Pyramide aus rotem und schwarzem Stein. Mumien gehören nunmal in Pyramiden, das haben schon die alten Ägypter gewusst. Diejenige, die die Kraft hatten, die ewig lange Schlage und die massiven Sicherheitskontrollen durchzustehen, duften dafür auch einen kurzen Blick auf die Leiche im Glaskasten werfen. Ich meinerseits fand die U-Bahn und die wahnsinnig tollen Ausstellungen schon dermaßen interessant, dass ich diesen verflossenen Staatstrottel gleich mal Links liegen lies. Angeblich gibt es 90 Kopien seines einbalsamierten Körpers, die in Klon-Manier allesamt genau so aussehen, wie der Echte. Keiner hier weiss, welcher überhaupt das Original ist und auch nicht wo die andern 89 abgeblieben sind; nicht mal ob diese überhaupt existieren. Stählerne Lenins gibt’s jedenfalls noch überall in der Stadt, zu Hauf.

rainer ganahl installation

Der Vorarlberger Künstler Rainer Ganahl kickte zur Biennale Lenins Buch wie einen Fussball über den Roten Platz, bis er von der Polizei wegen “Staatsschändung” festgenommen wurde. Einen Beleg für die Strafe, die er zahlen musste, konnten sie ihm allerdings nicht aushändigen, da die Soviet Union nun doch schon sein einigen Jahren genauso tot ist, wie ihr erster Herrscher….

ubahn

lenin in bahnhof

ubahn square

Die Biennale selbst war mindestens genauso sehenswert wie die wunderbaren Ubahn-Stationen, die, jede einzelne für sich, mehr einem Kunstwerk gleichen als einer Transport-Station. Der Flair den diese Stationen und die Wagons auf mich als Fahrgast ausüben erheben das Fahrgefühl, den Transport in der Stadt, zu einem wunderbaren Erlebnis. Mehr als 70 Meter unter der Oberfläche zuckelt man in Wagons auf gefederten Sitzen durch die Tunnels. Die Menschen sind sehr freundlich und alles andere als gestresst. Selbst auf den Rolltreppen nickt man sich freundlich zu. Es empfiehlt sich allerdings sehr vor der Russland Reise etwas kyrillisch Lesen zu lernen. Das Alphabet ist alles andere als schwer zu erlernen, zumal es auch vom alt griechischen abstammt. Einmal erlernt kann man plötzlich Wörter wie “Resturant”, “Turm”, “Platz”, ect. erkennen und jäh fällt die Orientierung bedeutend leichter. Bezahlt man die Bahn hier vor Ort, so kommt man um läppische 350 Euro sogar bis nach Vladivodstock und zurück (mit Zwischenstopps). Wie Ankömmlinge berichten ist die Reise mit der transsibirischen Eisenbahn nach wie vor ein wunderbares Abenteuer.


worrier of wax


Die Ausstellung “I BELIVE”, kuratiert von Oleg Kulig, ist eine der frischesten und innovativsten Ausstellungen, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Wir als geübte “Contemporary Biennial Runners”, wie wir uns ab dem 2. Tag scherzhaft selbst betiteln, können so etwas schon beurteilen. Die Stadt ist riesig, die Füsse werden jeden Abend noch müder. Die Biennale ist hier noch so jung, dass einige der Gebäude in denen sie stattfindet noch nicht mal fertig sind. Bauarbeiten überall. Die Beschreibungen und Stadtpläne lassen auch zu wünschen übrig, aber das stört uns nicht im Geringsten. Die Stadt ist selbst spannend genug, und nach 3 Tagen kann uns die Biennale gestohlen bleiben, zumal die Russen den Museums-Montag auch während der Biennale strengstens einzuhalten scheinen. Glückliche Arbeiter.

Montags hatte lediglich die Show von Hans-Ulrich-Obrist geöffnet, die an einem der außergewöhnlichsten Orte platziert war, die ich in meiner Künstler-”Karriere” jemals gesehen habe.


commercial houses

seduction

street art

Sie war im 3. Stock eines Kaufhauses! Direkt nach dem Eintreten ins hypermoderne Einkaufszentrum wurde man von der Duftwolke der Parfümerie in einen tranceartigen Zustand versetz und dann von Rolltreppen drei Stockwerke nach oben befördert. So intensiv habe ich bis lang noch kein Kaufhaus wahrgenommen als in der Phase der Vorfreude auf eine Ausstellung von Obrist, einem meiner Meister. Die bunte Bekleidungsabteilungen für Damen und Herren, die Verführung der Spielzeugwaren-Abteilung und die gutklingenden Markennamen der Designer-Outlets erstrahlten plötzlich alle im gedachten Licht der Kunst, schöner und brillanter als eine Ausstellung in der Tate-Modern im Herzen Londons. Schirme, Hemden, Gürtel, freundlich lächelnde Schaufensterpuppen und die berauschenden Sounds aus den Kaufhauslautsprechern, sie alle wurden plötzlich zum Teil einer riesenhaften Ausstellung, die als solche vermutlich nicht gedacht war. Allein die Erwartung, die ein Name, eine Assoziation im Kopf eine Religions-Anhängers, in diesem Fall der Religion-”Kunst”, auslösen kann, ist schon faszinierend und erschreckend zugleich. Die 35 Video-Arbeiten die Obrist und seine Partner in einem Lagerhallen-artigen, noch nicht fertig ausgebauten, betonwandigen Teil des dritten Stockwerks auf Gross-Leinwänden präsentieren, wurden nur noch zum sekundären Teil der Gesamt-Inszenierung “Kunst im Kaufhaus”. Ob Obrist nun damit Kritik ausübet oder einfach nur kooperierend das Kauferlebnis verschönert, sei dahin gestellt. Zu Gute halte ich ihm jedenfalls, dass er dort die Videoaufnahmen des gesamten Symposions der Öffentlichkeit zugänglich machte. Ich habe die DVD gekauft.

facial fragments


“I BELIVE” hingegen war bedeutend besser platziert. Kuilg’s Zusammenstellung wurde uns von Jaan Toomick empfohlen und dieser hatte damit ausgesprochen Recht. In einem alten Fabrikgebäude versammelte er die wohl frischesten und interessantesten Positionen junger, zeitgenössischer russischer KünstlerInnen. Gleich nach Eintritt durch das Sicherheits-Portal stand da ein riesiger Bagger, abgedeckt mit einer genauso riesigen schwarzen Decke. Lediglich die Schaufelspitze das Ungetüms lugte ein wenig hervor. Nachdem man sich die Frage “Wie zum Teufel kommt das Ding da rein?” auch nach mehrmaligem Nachdenken nicht beantworten hat können, war die nähere Inspektion unausweichlich vorprogrammiert.

shout the ball

Der riskante Blick unter die Decke eröffnete die gesamte Wahrheit zu dessen Präsenz: Unter dem Theater-Vorhang versteckten sich lediglich ein paar schnell zusammengehämmerte Bretter, den Rest der Arbeit tat der schwarze Mantel, die Schaufel und vier ausgediente Bagger-Reifen. Der Buss, der in ähnlichem Still zusammengezimmert war fand sich in einem der weiteren Räume. Am Ende von Labyrinthen aus Baustahl-Gittern, Holz-Zäunen und Wellblech strahlte eine Wand von 50 Fernsehern, wundersame Videos von Jesus-Christus-Köpfen in die feuchtfröhliche Augen der Zuschauer. Den Kindern gefiel es besonders gut mit Basketbällen in Körbe zu werfen, die auf überdimensional grossen Portraits von Politikern angebracht waren.

heros of our time

Die Arbeit “Heros of Our Time” von Alexei Shulgin zeigte 2 1,5 Quadratmeter Grosse Palmabildschirme in zwei Einkaufswagen. Der eine Bildschirm zeigten lediglich “NO Signal” und der andere das wunderbare schwarz-weisse flimmern, das aus den Fernsehern kommt, wenn noch kein Sender eingestellt ist.
In diesem Stiel ging es weiter in der Ausstellung. Gezeigt wurden circa zwanzig Arbeiten, alle im Rahmen des angesprochenen Themas “Warum glauben wir an Kunst und warum machen wir diese Zeugs. Junge Künstler finden zu sich selbst und ihrer Funktion in der Gesellschaft.”

mao porzelan

In anderen Teilen des Areals fanden sich politische Arbeiten zusammengestellt vom Britisch Council, das nebenbei eine sehr peinliche Werbeshow installierte. Einige Arbeiten von jungen Künstlern aus der Ukraine, Bulgariens und aus unterschiedlichen Ex-Soviet Republiken, sowie die immer wieder klassisch langweilige Selbstdarstellung Chinas, dessen Repräsentanten zumeist in ihren Vierzigern stecken und deren Positionen meist nicht anders zu verstehen sind als “pseudo-politisch” oder mit “grosser politischen Korrektheit ausgesucht”. Die letzte Aussage kann aber auch aus einem kulturellen Missverständnis resultieren.

constuctions

Das Gesamtkonzept der Biennale thematisierte, reflektierte und kritisierte neben der sozialistischen Vergangenheit der Kommunisten, auch das neue eingeführte System der Kapitalisten, kurz, alle in der Region massgeblichen, politischen Strömungen – und das keineswegs mit Samthandschuhen.

So war das. Kurz gesagt: Wunderschön und sehr interessant.

Binsh, März 2007

moskau view

Following – Ein Workshop für Voyeure

…und solche die’s noch werden wollen.

Mr. GVRbabaLAN aus Ljubljana kam um einen Workshop zu halten. Er eröffnet uns seine (naja) “grenzgeniale” Idee:
“In der kommenden Woche werden wir Menschen auf der Strasse umbemerkt folgen. In Gruppen von 3-4 Menschen gehen wir einer Person oder einem anderen Objekt, das sich bewegt (Hund, Bus, Blatt im Wind) nach und achten darauf was uns auf dem Weg passiert. Es geht dabei nicht um die Person selbst als viel mehr darum unser Tun und Ereignisse dem “Zufall” zu überlassen. Nicht selbstbestimmend und lenkend nehmen wir unseren Weg, sondern an die Wahrnehmung und die Vorhaben eines anderen gebunden. Wir achten auf das, was der andere wahrnimmt und was rund um ihn passiert.”
Die Geschichte erinnerte mich ein wenige an Allan Ginsbergs Hausaufgaben: “Achte auf einer Strasse auf alles was Rot ist”, oder “Versuche jeden in der Strasse wahrzunehmen, zu sehen, bevor er dich sieht. Schreib die Dinge auf, halte sie in Gedanken fest und du findest eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration.”

Gegen jene Aufgaben, die uns der gute Jaan Toomik so stellt, erblassen Ginsberg’s und Baba’s Versionen: “Sitz dich in einem Meter Abstand eine Stunde lang vor den Spiegel. Sieh dich dabei selbst an und bewege dich dabei nicht. Die Stunde beginnt um 12 Uhr Mitternacht und du sollst dich alleine in einen privaten Raum befinden. Alle Anwesenden beginnen mit der selben Übung, ebenfalls Heute, um 12 Uhr Nachts. Denk dabei nicht daran, dass die anderen zur selben Zeit alleine vor ihrem eigenen Spiegelbild sitzen, sondern betrachte dich einfach selbst.”

Letztere Übung ist äusserst schwierig sehr effektiv. Probiert es doch einfach mal selbst.

shelfs

Ja, so geht es zu auf den Kunstunis zu; und noch viel wilder! Schön ist das. Wunderbar dass wir die Möglichkeit haben unsere Zeit mit solchem Blödsinn zu verplempern. Nebenbei helfen Dinge dieser Art ungemein dabei, kreativen Output zu liefern und dienen als Gedanken-Ansätze, als Hilfsmittel, zur Entdeckung der eigenen kreativen Kraft. Das klingt vielleicht etwas esoterisch und ist letztendlich vergleichbar mit dem Auswendiglernen des 1 x 1. Genau so praktisch und genauso spannend. Aufregung pur.

Alphabete, Denkweisen, Techniken, Werkzeuge, Fremdwörter, Geschichte, ja nicht einmal die Liebe helfen wenn was kein Spass macht, keine Freude mit dabei ist. Eines war die Woche mit GVRBabaLAN bestimmt: Es war alles ein Heiden-Spass! (Ist das eine politisch inkorrektes Sprichwort?!)

beauty shopping

libary

surveilance

Wir verfolgten nicht nur Blätter im Wind, sondern Schönheiten im Supermarkt, Geheimagenten im der Bibliothek und sich unsichtbar machende Hunde auf ihrem Weg zum Kak-Park. Der Output war, was die “künstlerische Qualität” anging, wirklich fürchterlich; aber wir hatten Spass. Ich erfuhr jede Menge über das Leben einer gelangweilten Diplomaten-Frau, deren Mann (der Diplomat) für eine Jahr in den Irak gegangen ist. Beide kommen sie aus der USA, und ich habe ein Vorurteil gegen diesen Staat (nicht gegen dessen Einwohner). Da ich mich damit beschäftige, meine Vorteile weitgehend abzubauen, lies ich mich in dieser Woche auf eine tiefe Auseinandersetzung mit der Frau ein. Sie war in meiner Verfolger-Gruppe und wir verbrachten so einige Stunden gemeinsam.

diploma(n)t

Die gute Frau, an sich eine nette Person, vermisst ihren Mann so sehr, dass sie sich die ganze Woche lang allen Menschen von ihm erzählen musste. Ich wusste dies in meine “persönliche Verfolgungs-Strategie” aufzunehmen und hörte bereitwillig zu.

Auf diese Weise erfuhr ich, in einem von der Universität via Workshop legitimierten Vorgang, wie sich ein verdeckter Spion so fühlen mag. Das Wort “Spion” seinerseits ist in diesem Zusammenhang auch durch Worte wie “Psychiater” oder “Pfarrer” (bei der Beichte) oder “Freund” oder “Gott” oder “Diplomat” oder “Klassensprecher” oder “Studentenvertreter” oder “Telefonseelsorger” oder “Mutter” oder “Anonymer Zuhörer” oder “Voyeur” zu ersetzen.

Interessiert hat es mich, wie es auf der andern Seite aussieht. Mein Kontakt zu Botschaftern und Militärs beschränkt sich leider auf Treffen an Landesgrenzen oder auf Abendessen, auf die man als “Staats-Repräsentant” eingeladen wird. Diesmal bot sich eine besondere Möglichkeit. Die Kollegin studiert Kunst und malt Bilder, und das seit langem. Vermutlich ist ihr das etwas zu langweilig. Die Kinder sind schon fast groß und der Mann ist fast nie da. Gelebt hat sie bereits in vielen Ländern. In Zentralamerika, in Asien und derzeit in Estland. Immer auf Auslandseinsatz. Die Familie geht mit, nur nicht in den Irak.
Für Einsätze in Ländern wie dem Irak, bekommen Botschafter Sonder-Punkte. Die mit den meisten Punkten, dürfen sich die bessere Orte aussuchen. D.h. wenn einer im Irak war, darf er nachher ein paar Jahre nach Paris. So geht das. Ihr Mann hat sich freiwillig in den Irak gemeldet, weil er sich in jungen Jahren dummerweise seine Ausbildungen als Wirtschaftsexperte auf einer der besten Universitäten der USA vom Militär hat zahlen lassen. Dies heißt natürlich Verpflichtung. Nach der Uni, musste er dienen und nach dem Dienen war der Verdienst recht gut. Nach dem Verdienst, hatte er Familie und nach der Familie einen Scherben Haufen. Militär war nicht mehr das Richtige, deshalb machte er eine Umschulung zum Diplomaten. Soweit soggut, dann kam der Krieg und dann wurden Soldaten rar. Nicht mehr viele wollen dienen, und mit der Busch Regierung sind angeblich schon die meisten Staats-Vertreter selbst auf Kriegsfuss. Angst hat er gehabt, davor, dass er wieder eingezogen wird. Ein Mann mit solchen Fähigkeiten wird früher oder später gefunden und einberufen. Da meldet er sich schon lieber freiwillig, damit er die Position im Kriegsgebiet wenigstens noch selber aussuchen kann. Jetzt sitzt er dort, eigesperrt in einem Sperrgebiet und prüft Fälle. Als Diplomat und nicht als Soldat überprüft er, was die Soldaten denn so falsch gemacht haben, während der Krieg noch um sie herum tobt. Das Lager kann er nicht verlassen, der Blick nach aussen ist verwehrt. Er bekommt dort anscheinend nichts anderes mit, als eben das, was die Medien so berichten. So prüft der Gute Fälle, basierend auf Medienberichten und dem Hörensagen. Frau und Kinder vermissen ihn ganz schrecklich. So ist das. Die einzige Möglichkeit für den Herren aus dem Schlamassel raus zu kommen, wäre beim Militär zu kündigen und das ist, ab einem gewissen Alter, nicht mehr so einfach. Mit gehangen. Mit gefangen.

Binsh, Maerz 2007

PS. Eine alte “Künstler-Weisheit” geb ich hier noch zum besten: “Vor Ort Dabei-Sein ist Silber. Nicht-Dabei-Sein Gold.”

dogy

Friends. + ASPECTS – In english.

Nikola Uzunovski, ein guter Freund und Konzept-Künstler, der aus Mazedonien stammt und in Venedig lebt, kam um mich für eine Woche zu besuchen. Im Sommer 2005 verbrachte ich zwei Wochen in seinem Atelier in Venedig. Getroffen haben wir uns ein Jahr zuvor in Belgrad auf dem Young Artists Meeting von Biljana Tomic. Im Herbst 2004 stattete er uns einen Besuch in Wien ab und darauf hin fuhr ich zur Zeit der Venediger Biennale zu ihm. Das war das letzte mal als wir uns sahen. Erfreulicher Weise wurde er von einer mit bekannten Kuratorin, Rael Artel, eingeladen eine Woche lang in Tallinn zu unterrichten. Er gab einen sehr interessanten Workshop und wir verbrachten fast jeden Abend miteinander.

tv fraggles

Es passierte uns etwas sehr Komisches: Eines Abends stolperten wir über eine Frau, die verprügelt aus einem Restaurant auf die Strasse geworfen wurde. Wir halfen ihr, öffneten die Fesseln, mit denen die Hände auf dem Rücken zusammengebunden waren und warteten die Ankunft der Polizei und Rettung ab. Zwei Tage später, rief und die Polizei zur Zeugenaussage und nahm uns (als Gegenbeweismittel) die DNA-Fingerabdrücke ab. Ich war darüber sehr unglücklich und veröffentlichte im Rahmen eines Horrorfilm-Festivals einen Text. Ich lass ihn auf einer grossen Theaterbühne, vor grossem Publikum. Das war eine kleine Befriedigung dafür, dass der Zivil-Polizist uns nicht mal die Zetteln kopiert hatte, die er uns unterschreiben ließ. Eines habe ich aus der ganzen Geschichte gelernt:

nikola and me
Wie die Zufälle manchmal so zusammenspielen, trug es sich zu, dass wir gemeinsam mit der Klasse, an dem Tag zwischen dem Ereignis und unserem Verhör auf der Polizei einen Ausflug zum Schamanen nach Saarema machten. Dieser war schon seit Wochen geplant und der Schamane, der gemeinsam mit seiner Frau die lokalen Gebräuche pflegt, erklärte uns, dass er es für äusserst wichtig halte, dass man nie jemanden helfe, wenn dieser nicht darum bittet. Eine bittere Erkenntnis für mich, zumal diese Frau in der Nacht zuvor doch selbst sehr hilflos ausgesehen hatte.

kirche

fenster

kopf
Der Schamane bezog sich in seiner Aussage vor allem auf die Versuche der Missionierung des nordischen Volks, das weitgehend in dem indogermanischen Glauben und dessen Traditionen lebte. Er verurteile auch die heute weiter fortschreitenden Versuche die (hauptsächlich in Afrika) unternommen werden und wies darauf hin, dass die Stammes-Organisation und Gesellschaftsstrukturen in Gebieten mit viel Wüstenlandschaft, aufgrund erschwerter ökologischer Bedingungen, über die Jahrhunderte andere Ausformungen angenommen haben, als wir im “Westen” sie kennen und akzeptieren würden.

Demokratisierung und “Modernisierung” von Völkern, die unter schwierigeren Bedingungen leben, wie jene der strengen Winter oder der langen Dürreperioden, könnten aus diesem Grunde ihre Strukturen nicht an die von der “Globalisierung” vorgesehen Rahmen anpassen. Die Folgen einer Umstrukturierung von Gesellschaften in Wüsten- und Eisgebieten zu einer in Städten gebündelten, Gleichberechtigungs-Fragen behandelnden und demokratisch organisierten Gesellschaft, werden zur Folge haben, dass die Besiedelung und das Wissen über das Leben in der Wüste und im Eis aussterben werden. Denjenigen Menschen die hier “modernisiert” werden, werde es in den Städten schlecht ergehen und werden jene sein, die an den Rand der Stadt gedrängt werden und in den Slums enden; ohne Chancen auf gute Ausbildungen, Coca-Cola und Wienerschnitzel mit Pommes-rot-weiss. Der gute Mann könnte dabei ausgesprochen recht haben und ich nehme seinen Gedanken nochmals für mich an:

“Hilf keinem, wenn er dich nicht danach fragt.”

Das ist zwar alles andere als das Prinzip nach dem ich erzogen wurde, aber ich werd meine Einstellung schlussendlich eh irgendwo in der Mitte einpendeln.

Hier noch die Kurzfassung meiner Geschichte aus Tallinn, die ich zusammen mit dem guten Nikola erlebt habe:

scared

+ ASPECTS -
(OUT OF MY MIND)

TRAILER VERSION
Presented at the Haapsalu
HÖFF Horrorfilm-Festival
22.3.2007

ISSUES INVOLVED
5.2.2007 – 22.3.2007

Valli Street Tallinn,
Towers of Tallinn , McDonalds,
Art and Culture, Announcements, R-Alko,
Toilets , Gratify Tags, Underwear Shop,
Admiral Sport Bets,
LOMBARD , Viru-Kiosk, Opera House,
Man in a FORD with the Plate No. 884MFD
Still a lot of fear and paranoia.
McDonand’s Sign: “I’m lovin it.”
The Hill: Other Strangers.
Darkness, Optica,
Taxi Stand, Bus and Tram Stop
Paranoia Police and Ambulance.

The Police came and did not enter the LOMBARD course they were in a fear too.

And Aspects.

Hello. My name is Simon Be.
I am a foreigner living in estonia since 7 month.

At the very beginning I want to ask the english speakers, to translate to the persons next to you during my reading. I will read slowly so you can to do it.

Today, I did invite one of your police officers. His name is Tanel Tiks. I think he is a national hero. He helps people if they are in danger. He doesn’t want to come, nor want to talk with me, he told me on the phone.
He scared me. I think, he is scared of me too.
All this doesn’t matter. It’s about that woman. ONLY!

No, it has not been war! It’s been a wonderful, fresh winter night in the year 2007 in Tallinn, Estonia. The temperature has been fallen under minus 15 degrees centigrade.
This is the beginning of a fairy-tail.

A good old friend, named Nikola Uzunovski, was in town these days. After two years we were really happy to see each other again. Ideas and opinions, thoughts, energies and feelings where swapped forth and back.

Eero, Erick, Thomas, Riika, Daniel, Kirke, Laagle, Jaan and Aura are first-names of people who played important roles during my stay in Estonia. Some friends will stay longer, some won’t. Nikola already stayed long enough in my life to directly introduced him to my local relationships. I brought him over to the flat of Eero and Thomas behind Baltijaam. A bright light, a shiny fire of words and discussions suddenly inflamed the atmosphere. Eero and Nikola slipped into a information spinning laptop-party. Plans for new art-projects and city visits were laying in the air, like the heavy clouds of a ancient time smoke sauna.

Riikka smiled the whole evening form one ear to the other: For a couple of month she waited patiently and now the beauty of love was hitting her again like a stroke, like real hard slaps, into the the face. “Lucky Riikka, lucky you!”

On the way home, Nikola and me got lost in the confusing streets of Tallinn’s old town. Walking and talking we finally found back to Viru Street. With fast steps we passed McDonalds, taking the sharp right turn into Valli street. My straight view made people appearing like shadows recognized only by peripheral sight.

Two on the left. One on the right. The sound of motorcars.
Behind us, a door: “Click”. By turning my head a tick into the direction of the “click”, re-recognizing the shadow on my right, seeking eye contact I’ve been looking straight into the face of a 35 year old woman. Her facial expression is the one I’m not having any words for. It was silent. Nothing but the exchange of sights: Nikola, the woman, me; again the woman.

“Turning around?”, “Go straight ahead?”

Milliseconds seemed to last longer than the life of the earth. Milliseconds to decide. “But this gaze. THAT GAZE!”

She twisted her wrist so i could see the hands. A black tight string where holding them together on her back.

Suddenly it was clear: Now things had to go very fast!

The responsible guys could come out of that door in every second. She had no other answers to our questions but her shivering. The expression of absolute pain and helplessness has been written into the gaze. She was not able to move one millimeter, not even able to cry.

In the lights of the car, of two girls parking 25 meters away, we could see the full range of the disaster:

The women had been beaten up, like i’ve never seen before. The blood was smeared all over the face. I got fear.
I wanted to run, but it was impossible to leave her behind.

We had to get her out!

When she recognized, that the girls made a view steps towards us, movement came into her body. Step after step we slowly walked until the car. Here it seamed more secure as long as the guys didn’t have guns… It was a horrible to see the helpless hands tight with that wire of the cellphone-charger.
I couldn’t open it, but Nikola managed. He gave her a coat.

The police had been called since minutes. It seemed like hours. 10 minutes of freezing, 15 maybe 20. One police car was passing by at the main street. They didn’t stop. Our waving didn’t help. Talking to her, did not help either. However, she was in a total shock, and the only thing i could do is putting my arm around her shoulder like a friend.

The rest of this disaster I will not write down in it’s details although for me it was even more scary and very, very ugly.
Two days later this hyper-unfriendly policeman, Tiks, took our most personal information. He took my DNA while i was trying to resists that hardly. He threatened me with the violence of state and his own fist. We helped that woman and the police doing their job, and therefor we got registered in a DNA Database? For me that is a clear sign for the side of the authorities:

DO NOT HELP ANYONE ANYMORE OR WE REGISTER YOU IN THE INTERNATIONAL DATABASE OF CRIME AND TERROR: YOU WILL NEVER BE ABLE TO GO ANYWHERE WITHOUT THE STATE KNOWING IT (AT LEAST AFTERWARDS).

IT THAT THIS NEW “FREEDOM” OF WORLD’s ORDER? I CALL THAT TERROR TOO, BUT AGAIN:

ALL THIS NOT NOT TO BE SAID, COURSE IN THE END IT IS ABOUT THIS WOMEN. ONLY!

IT IS NEVER EVER ABOUT GENRAL LIVING CONDITIONS.

HOW STRAGE IT IS, OUR BRAVE NEW WORLD.

Thanks for your attention.

Sadly Binsh, March 2003.

dna hygiene

Erick’s home. Performance in “Cold and Slow Style”

Erick Allalooga’s place in near Tartu is a wonderful one. He owns a real Estonian Country House (like almost everyone who lives in Tallinn). We went there in a group of 7 people and had a week beside that usual university stress. There we could do whatever we wanted, experiment with things we found all around, cook, talk and sleep. He even heated us the real Estonian Smoke Sauna two times that week.

eerick’s

kitchen

real estonian smoke sauna

The vodka and the beers were wonderful tasty together with the nice heat the wood made for us in the sauna. I did a easy going video together with Thomas Geiger, my German fellow. It was a “Howto Make A Side-Specific Artwork” with the aim, that we not need to cut the video after it’s taking. It’s been great fun and the walks in the woods which are surrounding the area as well as the one on the frozen lake were really impressing.

groupwalk at eericks

All in all a fruitful week, a gathering of new energies, after all that hyperactivity of the Port Performance, really healthy.

don quichote

Not much is to say then that Thomas and me were cooking the whole week for all the crowed, the temperature was under -20 degree centigrade in the nights and not much higher at daytime. I guess the pictures are speaking for themselves.


erick with buring world on the shoulders running arround telecom

Check also how Erick’s carrying the burning iron world on it’t shoulders around the telegraph line. More pictures you can find under the continued button…..
Thanks again to him and all the others for that wonderful week.

(Continued)